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Strandopfer

Kriminaloberkommissarin Lena Schuldt wird zu einem Todes- und Vermisstenfall an die deutsch-polnische Grenze abgeordert. Es ist genau die Gegend, in der sie als Kind aufgewachsen ist und eigentlich nie wieder dorthin zurück wollte. Es kommen bei ihr nur schmerzhafte Erinnerungen an diese Gegend hoch. Lena soll mit dem polnischen Kommissar Adam Krawczyk zusammenarbeiten. Adam wirkt für sie auf den ersten Eindruck als ein sehr junger, ernsthafter Ermittler, der nicht so aus sich herausgehen will. Es sieht also so aus, als würden beide Ermittler ein Geheimnis hüten. Bei ihrem ersten gemeinsamen Fall handelt es sich um den Mord an einem deutschen Touristen, der am Strand von Misdroy tot aufgefunden wurde. Der Fall wirkt zunächst wie ein tragischer Badeunfall, aber als sich Lena und Adam die Leiche genauer ansehen, bemerken sie im Hals einen Gegenstand: Es steckt ein Bernstein in seinem Rachen. Somit ist es kein Unfall mehr, sondern Mord!
Sofort suchen sie die Angehörigen des Toten auf, die auf einem alten Hof ihren Urlaub verbringen. Die Ermittler treffen dort auf die Ehefrau von Joachim Hundt, sowie auf seinen Bruder und dessen Frau und ein weiteres Paar aus Deutschland. Die sind bereits ziemlich aufgelöst, denn es fehlt von der zehnjährigen Luisa jede Spur, die den Toten Joachim Hundt an den Strand begleitet hat. Luisa ist ein aufgewecktes, sehr forderndes Mädchen, das immer ihren Willen durchsetzen muss. Alle gehen daher davon aus, dass ihr in aller Frühe langweilig war und sie Joachim bedrängt hat, mitfahren zu dürfen.
Lena ist sich auch ziemlich sicher, dass der Bernstein etwas mit dem Fall zu tun hat, er also eine Bedeutung hat, warum man dem Toten diesen in den Mund gesteckt hat. Adam geht darauf aber nicht ein. Lena weiß auch, dass sie mit diesem Fall länger zu tun haben wird und bekommt von Adam ein altes Haus als Unterkunft gestellt. Dort in der Nähe wohnt eine alte Dame, die ihr Essen zubereitet und sich sonst um alles kümmert. Aber irgendwie tut Lena diese Gegend nicht gut. Da Lena überzeugt ist, dass der Fall vielleicht mit der „Bernstein-Mafia“ zu tun hat, da der Tote ein leidenschaftlicher Bernsteinsammler war, begibt sie sich in den nahegelegen Pub, um dort vielleicht mehr zu erfahren. Jedoch, in der Nacht fühlt sie sich dann gar nicht mehr wohl, denn sie hört Geräusche und sieht, dass Unbekannte um das Haus schleichen. Lena will eigentlich nur noch weg aus dieser Gegend.
Es konzentrieren sich vorerst alle auf die Suche nach dem Mädchen, als ein anonymer Hinweis eingeht, dass sie sich doch mal in einer verlassenen Feriensiedlung sich umsehen sollten. Adam und Lena fahren dorthin und finden dort einen verwahrlosten Alkoholiker, der in einer der verfallenen Hütten haust. Er kann ihnen nichts sagen, denn er ist schon total abgemagert und dem Verfall nahe.
Sie untersuchen alle Hütten und Lena entdeckt dann in einer dieser Hütten eine Falltür. Ist dort Luisa und wie wird es ihr wohl gehen? Lena alarmiert sofort alle Rettungskräfte, jedoch entpuppt sich das Ganze als Serienmord, da wieder jemand tot aufgefunden wird, der einen Bernstein im Rachen stecken hat. Können die Ermittler die Mordfälle schnellstmöglich lösen? Lena und Adam setzen alles daran, um dem Täter auf die Schliche zu kommen, aber Lena kämpft auch noch mit den Dämonen aus ihrer Kindheit und Jugendzeit.

Frank Goldammer wurde 1975 in Dresden geboren und wuchs dort auf. Er lernte den Beruf des Malers und Lackierers, wo er auch als Meister bis 2021 arbeitete. Er schreibt seit seinem zwanzigsten Lebensjahr, wobei er seine Geschichten im Selbstverlag veröffentlichte. Der erste Kriminalroman, „Abstauber“, ein Fussballkrimi, erschien 2012. Mit der Max Heller-Reihe gelang ihm 2016 der Sprung auf die Spiegel Bestsellerliste. Frank Goldammer lebt in Dresden als alleinerziehender Vater von drei Kindern.
Die Grenzfall-Ostsee-Reihe ist der Auftakt weiterer Bücher um Lena und Adam.

Dieser Kriminalroman ist sehr fesselnd und spannend von der allerersten Seite an. Ich habe mit allen mitgelitten, um Luisa zu finden, um den Täter zu finden, aber auch mit Adam und Lena und ihren privaten Geheimnisse. Mit jeder Seite kamen neue Hinweise dazu und ich litt mit den beiden Ermittlern, aber ich ermittelte, kombinierte und rätselte mit, wer so etwas machen würde. In der Geschichte kommt bei aller Spannung auch immer wieder die Abneigung zwischen den Deutschen und den Polen auf, die sehr gut abgebildet wird, und dennoch klappt die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern prima.
Von dem deutsch-polnischen Ermittlerpaar Lena und Adam wird es hoffentlich noch viele neue Geschichten geben, in denen ich mitermitteln und miträtseln kann. Auf jeden Fall ist dieser Auftakt einer neuen Reihe auch ein idealer Start in den Urlaub, vielleicht sogar in Polen. Weiter so!

Gudrun Loher