
Tom Engelhardt will gerade mit seiner Tochter Romy und seiner Kollegin, der Kryptologin Mascha Krieger, in seinem alten Bulli wegfahren, aber dieser springt nicht an. Er will Romy und seine Mutter, die momentan aus Spanien zu Besuch ist, an den Bodden fahren, weil sie dort eine Schifffahrt geplant haben. Tom und Mascha fahren mit ihrem Auto erst die beiden zum Schiff, dann ins Büro. Tom ist immer noch unruhig, weil Mascha vor ein paar Tagen einen Unfall mit dem Auto hatte, der Gottseidank glimpflich verlief. Die Muttern am Rad hatten sich gelöst. Er ist daher sehr besorgt um Mascha, denn seit ein paar Monaten sind die beiden ein Paar, dies wissen aber nur die engsten Freunde. Tom hätte nie gedacht, dass er sich nach dem gewaltsamen Tod an seiner Frau jemals wieder verlieben könnte. In seinem Büro, das auch als Besprechungsraum dient, haben sich alle Mitglieder der Soko Segeljacht versammelt. Er hat sehr fähige Kollegen, aber irgendwie versteht er nicht, warum sich der Fallanalytiker Damian de Fries vom LKA in seine Ermittlungen gedrängt hat. Dieser glaubt fest an einen Serienmörder. Tom berichtet über eine kryptische Nachricht auf seinem Handy, welche nach dem Lesen sofort wieder gelöscht wurde. „Fang mich doch“, lautete diese Nachricht. Wenige Tage nach dem Fund der getöteten Familie auf der gesunkenen Yacht wurde die Leiche eines Ehepaars auf seinem Motorboot entdeckt. Doch der Mörder wurde bereits gefasst und er hatte gestanden, das Ehepaar in seinem Haus umgebracht zu haben, um es dann aufs Boot zu bringen. Ein simpler Mord aus Habgier. Bei ihren Ermittlungen sind sie auf Hagen Oltmann gestoßen, der seit Jahren im Darßwald haust. Auf der Suche nach ihm sind sie auf ein riesiges Waffenlager gestoßen. Seither gilt er als dringend tatverdächtig. Er müsste auch verletzt sein, denn ein paar übermütige und gelangweilte Jugendliche haben sein Zeltlager verwüstet und ihn geschlagen.
Mascha hat seit dem Unfall ein sehr mulmiges Gefühl, denn sie glaubt, dass sie verfolgt wird, kann sich aber nicht erklären, von wem. Sie ist zwar immer noch dran zu erfahren, wer ihre leiblichen Eltern sind und ist fest davon überzeugt, dass Holger, ihr Stiefbruder, und ihre Adoptiveltern Bescheid wissen.
Kriminaloberkommissar Björn Andre ist gerade auf den Weg zu einem hölzernen Kahn, wo er jetzt schon weiß, dass dort etwas Schlimmes passiert sein muss. In dem Kahn liegt eine junge, tote Frau, die sich die Pulsadern aufgeschnitten hat. Es ist keine Handtasche, keine Papiere und auch kein Abschiedsbrief zu finden. Björn hat Zweifel daran, dass es wirklich ein Selbstmord war.
Kryptologin Mascha wird der Kriminalinspektion Anklam zugeordnet, weil dort eine junge Ärztin ermordet wurde. Mascha wird hinzugezogen, weil ein Brief mit einer verschlüsselten Nachricht gefunden wurde. Der Brief deutet darauf hin, dass es sich bei dem Mord um einen Racheakt handelte. Die Ermittlungen leitet ihr Stiefbruder Holger, zu dem das Verhältnis sehr gestört ist und es kein schönes Arbeiten mit ihm ist. Er will sie immer provozieren, denn er ist auch noch immer stinksauer auf Tom, der ihm die Suspendierung vor ein paar Monaten eingebrockt hatte.
Es gibt also einiges zu tun und zu ermitteln auf Anklam und auf dem Darß, weshalb alle Kollegen rund um die Uhr im Einsatz sind, sogar an den Wochenenden. Sie alle wollen endlich diese Fälle aufklären und den Opfern gerecht werden.
Der zweite Teil der Trilogie „Die Tiefe“, „Verblendet“, um die neuen Fälle von Tom und Mascha gehen so aufregend, spannend und auch emotional weiter wie auch schon im ersten Band. Es ist schön zu lesen, wie Tom und Mascha ihre frühe Liebe genießen, aber irgendwie fast keine Zeit für- und miteinander haben. Jedoch auch die Geschichte um Mascha und ihre Adoptiveltern nimmt kein Ende und daher hoffe ich, dass sich im letzten Teil alles aufklären wird und wir dem Geheimnis auf die Spur kommen können. Aber auch die Fälle, die sehr verworren sind und immer neue Erkenntnisse jeweils auftauchen, lässt das Krimiherz höher schlagen. Vor allem beim Lesen ermittelt man dann selbst mit und ist dann ganz entsetzt, was die Kommissare alles ans Licht führen und welche Gefahren sie dabei eingehen.
Zwar ist „Verblendet“ bereits der achte Band der Engelhardt & Krieger-Reihe, doch ist diese Reihe in drei große Fälle aufgeteilt, so dass dieser Band acht der zweite Band der letzten Trilogie ist. Wer also alles verstehen möchte, kommt nicht umhin, alle Bücher dieser Reihe zu lesen. Wem es genügt, nur diesen letzten Fall zu lesen, sollte also mit Band sieben anfangen.
Ich freue mich schon sehr darauf, bin aber auch traurig, wenn endlich im Mai der dritte und letzte Teil der Reihe erscheint.
352 Seiten, Taschenbuch, Rowohlt Verlag, 14 Euro.
Der Strand: Vergessen (Bücher)
Der Strand: Vermisst/Verraten (Bücher)
Der Sturm - Verachtet (Bücher)
Der Sturm - Vergraben (Bücher)
Der Sturm - Vernichtet (Bücher)
Die Tiefe - Versunken (Bücher)