
Lotta hat sich gerade von ihrem Freund getrennt und ist aus der Wohnung in Berlin ausgezogen. Sie fährt dorthin, wo sie als Kind immer sehr glücklich war. Die Familie verbrachte hier die Ferien in Geelekow in einem reetgedeckten Anwesen und es war die schönste Zeit mit Helene, ihrer Stiefmutter, und ihrem Vater. Das Haus gehört der Familie von Helene, die schon seit einiger Zeit von Lottas Vater geschieden ist. Lotta reist mit dem Zug an und kommt um Mitternacht am Haus völlig ausgekühlt an. Doch davor hat sie noch ein komisches Erlebnis, denn ein weißer Transporter hält an, aber als Lotta auf ihn zugeht, fährt er einfach davon. Sie findet den Haustürschlüssel genau dort, wo er schon damals gelegen hat, in einem Gartenzwerg. Endlich ist sie angekommen. Das Haus ist riesig und es sieht irgendwie ganz anders aus, aber sie ist jetzt viel zu erschöpft, um sich noch alles genauer anzusehen und legt sich daher ins „Krähenzimmer“, wie sie es schon damals genannt hat. Denn der Ausblick ist ein Baum, in dem immer sehr viele Krähen sitzen. Am nächsten Morgen kann sich Lotta nur über diese angenehme Ruhe wundern, denn in Berlin kennt sie ganz andere Geräusche schon frühmorgens. Jedoch rumpelt es an der Tür und da steht Justus vom FSIK, denen diese Immobilie gehört. Helene hat sie schon vor einiger Zeit verkauft. Justus will Lotta sofort aus dem Haus werfen, aber sie will bleiben und fragt ihn, ob sie sich nicht diesen Monat im November einmieten kann. Als er aber den Preis nennt, wird Lotta ganz anders: 3.000 Euro, so viel Geld hat sie nicht. Lotta macht Justus einen Vorschlag, denn er jammert gerade über Personalmangel und Krankheitsfälle, da könnte sie doch einspringen und dafür kann sie in diesem Haus günstig wohnen. Justus nimmt das Angebot an. Lotta ist glücklich, sie kann in „ihrem“ Haus wohnen bleiben. Justus erzählt Lotta einiges von diesem Haus, von dem ein Teil schon abgebrannt war und es soll sogar jemand darin gestorben sein, aber mehr weiß Justus auch nicht. Sie soll doch zum Heimatverein gehen, die wissen sicher mehr. Nachts wird Lotta von komischen Geräuschen wach, sie hört ein Wimmern und ein Singen, das irgendwie aus dem Keller kommt. Lotta durchsucht alles, aber sie kommt nicht darauf, woher das Geräusch kommt. Beim Blick am Morgen aus ihrem Krähenzimmer fällt ihr das Haus gegenüber auf, welches ihr damals als Kind schon unheimlich war. Es wohnte damals schon eine ältere Frau darin, die jetzt gerade aus dem Fenster sieht und ganz grimmig zu Lotta herüberschaut.
Lotta will mehr über dieses Haus erfahren und was dort passiert sein soll, und ist daher am nächsten Tag auf dem Weg zu diesem Heimatverein. Auf dem Weg dorthin begegnet sie Nele, die in einer Kneipe arbeitet und Lotta vor drei aufdringlichen und mürrischen Jungs schützt. Nele bietet Lotta an, doch am Nachmittag ins Lese-Café zu kommen, das ihr gehört.
Den Heimweg nimmt Lotta gerne über den Strand zu ihrer schönen und luxuriös sanierten Villa, aber vor dem Haus steht wieder in einiger Entfernung dieser Lieferwagen. Lotta ist nicht mehr wohl, denn sie weiß nicht, was es mit dem Lieferwagen auf sich hat, dazu noch diese Geräusche in der Nacht. Sie will endlich wissen, was in dieser Villa passiert ist.
Dank Nele lernt sie auch deren Freund Friedrich und ihren Bruder Bo kennen. Lotta unternimmt viel mit ihnen, aber irgendwie erzählen sie ihr nicht, was in der Villa passiert ist. Als sie vor dem Haus auch noch der seltsamen Nachbarin begegnet, die nicht viel zu Lotta sagt. Doch das, was sie sagt, geht ihr durch Mark und Bein! Da findet sie auch noch ihre Haustüre mit Blut beschmiert vor, da ist Lotta klar, dass irgendjemand etwas dagegen hat, dass sie hier ist. Sie will aber nicht aufgeben und davonschleichen, sie will dahinterkommen, was in diesem Haus passiert ist, selbst wenn sie damit sogar ihr eigenes Leben damit in Gefahr bringt.
Carolin Frey studierte im Anschluss an ein journalistisches Volontariat Geschichtswissenschaften und Amerikanistik in Berlin. Sie war jahrelang als Redakteurin für verschiedene Medien im Bereich Kultur, Nachrichten und Politik sowie als freie Lektorin tätig. Sie ist neben Steven Gätjen ein Host für den True Crime Podcast „Hollywood Kills“, und hat auch schon mit dem Buchhändler Christian Koch den Spannungspodcast „Krimi Duett“ gemacht. Falls sie nicht gerade schreibt, ist Carolin gerne auf Rockkonzerten unterwegs oder sie geht gerne auf Reisen, um sich dort neue Ideen für ihre Geschichten zu holen. Sie lebt mit ihrem Mann in Mecklenburg-Vorpommern.
Das Debüt ist der Autorin vollends gelungen! Die Personen, aber auch die Gegend, werden so detailgetreu dargestellt, dass ich mich einerseits beim Lesen unheimlich gefühlt habe, aber auch erfreut an der schönen Gegend, und trotzdem sehr angespannt, was genau in dieser Villa passiert sein soll. Wer verfolgt Lotta? Ist es jemand aus Berlin, ihr Ex-Freund oder jemand, dem es nicht passt, dass sie in der Villa wohnt?
„Das Krähenzimmer“ ist sehr spannend und aufregend geschrieben, dass ich unbedingt weiterlesen musste, egal wann und wo das war. Die Spannung wird über das gesamte Buch gehalten, denn jedes Mal, wenn ich auf neue Informationen gehofft hatte, wurde ich weiter vertröstet und habe so die ganze Zeit mit Lotta gerätselt, wer oder was letztendlich dahintersteckt, was wirklich mit dem Haus passiert ist, wer ihr Böses will, und wieso ihr kaum jemand Auskunft geben möchte.
Das Buch hat mich bestens und äußerst spannend unterhalten, es hat mich mit rätseln und mit leiden lassen, es hat mich überrascht, bis ich am Ende endlich erfahren habe, was war.
Kaum zu glauben, dass es sich hier wirklich um ein Debüt handelt, aber ich bin einfach nur begeistert und freue mich auf weitere aufregende Thriller von Carolin Frey!
432 Seiten, Paperback, Verlag Rowohlt Polaris, 18 Euro.
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