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Steckerlfischfiasko

Der Franz Eberhofer ärgert sich gerade über den neuen Golfplatz, denn obwohl viele Bürger von Niederkaltenkirchen dagegen waren, haben jedoch einige auch davon profitiert. Und jetzt wird das beschauliche Örtchen von den SUVs und den Angebern in ihren Golfklamotten eingenommen. Auch Eberhofers Freund, der Flötzinger, hat von dem fetten Golf-Kuchen ein Stück abbekommen, denn er hat die ganzen Sanitäranlagen im Clubhaus eingebaut. Es war ja ein Deal von Flötzinger mit dem Bürgermeister, wo jeder seinen Nutzen daraus gezogen hat. Der Flötzinger braucht aber auch das Geld, um seine Kinder in England besuchen zu können. Mitten in seinem Ärger bekommt der Franz einen Anruf, dass es einen unnatürlichen Todesfall genau in den Duschkabinen im neuen Clubhaus gibt. Das passiert natürlich genau, wo es ihm gar nicht gut geht und sowieso gerade nicht passt.
Und dann meldet sich auch noch die Susi bei ihm, dass er doch den Paul vom Ballett abholen soll. Ne, sagt er, das geht gar nicht, seinen Sohn vom Ballett abholen. Er soll doch lieber einen g`scheidn Sport machen, wie Fußball oder sonst was, aber nicht Ballett. Das kann doch nicht sein Junge sein.
Als dann der Franz bei dem Toten ankommt, muss er erst einmal nachfragen, wer das denn sei. Es ist der Präsident des Golfclubs, auch das noch. Dann rattern seine Gehirnzellen, denn er muss noch die Susi informieren wegen der Pressemitteilung und auch den Birkenberger Rudi ruft er an, ob er Zeit hat. Franz braucht den Rudi bei den Ermittlungen. Doch als der Rudi dann kommt, gucken ihn alle entsetzt an, denn er sieht aus wie ein Obdachloser. Seine Haare sind lang und nicht gewaschen und über seine Klamotten reden wir lieber nicht. Er macht gerade einen Selbstversuch und will dem Konsumwahnsinn entgehen, indem er Wasser und Strom spart.
Ja, aber das Beste für Franz ist, dass er endlich die Oma von der Kur wieder abholen kann. Die Familie Eberhofer hat zwar Hilfe bekommen, aber Julika hat alle im Griff und lässt daher seinen Vater und auch Leopold schuften, statt selbst was zu machen.
Ach ja, und die Susi hat auch noch große Pläne, denn sie will als Bürgermeisterin kandidieren und das passt dem jetzigen Bürgermeister und auch dem Franz so gar nicht, aber Susi lässt sich nicht davon abbringen. Da wär aber auch noch der Mordfall, aber Franz hat eine große Hilfe, nämlich den Rudi.

Der zwölfte Provinzkrimi von Rita Falk reiht sich an seine Vorgänger an und ist einmal mehr mit allen möglichen Problemen und Aufregungen um den Franz voll bepackt. Jedoch plätschert die Geschichte irgendwie nur so dahin, und es gibt kein richtiges Highlight. Franz stürzt von einem Entsetzen ins nächste und von einem Bier zum anderen, aber irgendwie fehlt "Steckerlfischfiakso" der Pfiff. Es ist eben ein typischer Eberhofer-Krimi, wobei der Mord wie meist größtenteils vom Rudi gelöst wird.

Es war fast schon zu erwarten, dass die Luft aus Niederkaltenkirchen und den Geschichten rund um den Franz raus ist. Nachdem der Ehemann der Autorin Rita Falk verstorben ist, hat sie sich erst eine Auszeit genommen und nun mit "Steckerlfischfiasko" das Dutzend voll gemacht, um einen guten Schlusspunkt zu setzen. Doch fehlt dem Buch die Inspiration und die schrägen Geschichten, die Falks Ehemann als ehemaliger Polizist beigetragen hat. Ebenso fehlt ihrem neuesten Werk um den Dorfpolitzisten Franz Eberhofer die Leichtigkeit und der Witz, die die Eberhofer-Geschichten als Buch und als Film so erfolgreich gemacht haben.

Wenn ich die Danksagung der Autorin richtig interpretiere, soll der Franz in den Ruhestand gehen, darauf hoffen, dass die Oma möglichst lange lebt und die Susi die richtige Entscheidung rund um ihre Kandidatur zur Bürgermeisterin trifft. Ganz sicher bleibe ich ein großer Fan von Rita Falk, und ich bin mir sicher, dass sie schon neue Geschichten im Kopf hat um neue Protagonisten, die sie nur noch aufschreiben braucht.
Servus, Franz!

Gudrun Loher