
Gibt es außerirdisches Leben? War oder ist es auf der Erde? Beeinflusst es uns auf eine Weise? Diesen Fragen gehen Forscher und Literaten seit Jahrhunderten nach, und auch das Kino hat sich hinreichend damit beschäftigt. Meist freundlich und niedlich anzusehen soll uns die außerirdische Lebensform begegnen, ab und zu aber auch sehr feindlich gesinnt. Ein Filmemacher, der sich immer wieder mit diesen Themen beschäftigt, ist Steven Spielberg, der auch mit seinem neuesten Werk diesen Fragen nachgeht. "Disclosure Day - Der Tag der Wahrheit" gibt es nun auch in Deutschland auf BluRay, DVD und im Stream.
Die Wardex Corporation sammelt seit Jahrzehnten Nachweise außerirdischen Lebens sowie der Kontakte zwischen Menschen und Außerirdischen. Dieses Unternehmen arbeitet geheim und für oder mit der US-Regierung, und sammelt dabei Werkzeuge der Aliens, um diese zu erforschen. Daniel Kellner entwendet ein solches "Device", das telepathische Fähigkeiten hervorrufen kann. Gleichzeitig bereitet sich Margaret Fairchild auf ihren nächsten Auftritt als Wetterfee eines lokalen Fernsehsenders vor. Nachdem ein roter Vogel, ein Rotkardinal, in ihre Küche fliegt, spricht sie mit ihrem Freund plötzlich fließend russisch, ohne es zu bemerken. Im Fernsehstudio angekommen, begegnet sie einer koreanischen Gruppe, deren Übersetzer einen Übersetzungsfehler macht, den Margaret sofort bemerkt, um dem koreanischen Gast in fließendem koreanisch zu erklären, wo der Fehler lag. Bei ihrem Auftritt vor der Wetterkarte wechselt sie in eine außerirdische Sprache, die nur Daniel in seinem Versteck versteht. Neben ihren neuen Sprachfähigkeiten kann sie nun auch Gedanken lesen.
Weil Wardex durch ihren Auftritt auf sie aufmerksam geworden ist, muss sie vor den Agenten dieses Unternehmens fliehen und untertauchen. Margaret kann nun auch durch Visionen Verbindung zu Daniel aufnehmen und so findet sie ihn und taucht mit ihm unter. Auf jeden Fall möchte Daniel publik machen, was Wardex seit Roswell 1947 vor der Öffentlichkeit geheim hält, denn die Welt soll erfahren, dass es bereits seit Jahrzehnten Kontakt zu außerirdischem Leben gibt. Doch Wardex möchte das unter allen Umständen verhindern und schreckt dabei vor nichts zurück!
Der Film liegt auf DVD in der deutschen, englischen und französischen Sprachfassung (Dolby Digital 5.1) vor. An Extras findet sich ein rund vierminütiges Feature über die Zusammenarbeit von John Williams und Steven Spielberg.
Jeder Film von Steven Spielberg wird mit einer besonderen Vorfreude erwartet, und so war es auch bei "Disclosure Day", seinem neuesten Alien-Film. In einem zufälligen zeitlichem Zusammenhang zum Filmstart hat die US-Regierung "UFO Akten" veröffentlicht, auf die Spielberg Bezug nahm, um der Welt zu erklären, dass die Handlung seines neuen Films keine Fiktion sei.
Nach "Unheimliche Begegnungen der Dritten Art", "E.T. - Der Außerirdische" und "Krieg der Welten" hat sich der zweifache Oscar-Gewinner erneut an einen Stoff über außerirdisches Leben und deren Kontakte zu Menschen beschäftigt. Ob nun Fiktion oder Fakten, Spielberg schafft es erneut, eine großartige Geschichte zu erzählen, die auf seiner eigenen Story basiert, die kaum einen kalt lässt. Emily Blunt spielt die Wetterfee Margaret herausragend, wobei sie ihre russichen und koreanischen Texte wirklich so gelernt hat, um sie fließend vorzubringen, und auch die Aliensprache wollte sie keiner KI überlassen, sondern hat sie selbst vorgetragen. Auch Josh O'Connor darf zeigen, dass er auch Action spielen kann und ergänzt sich ganz hervorragend mit seiner Schauspielpartnerin. Colin Firth schafft es, den Wartex-CEO so unsympathisch zu spielen, dass man ihn von der ersten Sekunde an nicht mögen kann.
Einmal mehr stammt die Filmmusik von John Williams, obwohl der 94-jährige zunächst mit Hinweis auf sein Alter und seine Gesundheit abgesagt hatte. Spielberg blieb hartnäckig, und so bildet die Filmmusik, geschrieben und dirigiert von John Williams, die dreißigste Kollaboration der beiden Hollywood-Größen.
Auch vertraut der Meister des Films erneut getreuen Crew-Mitgliedern, und so führt Janusz Kamiński auch bei diesem Film die Kamera, David Koepp schrieb ein weiteres Drehbuch für den vielfach ausgezeichneten Regisseur, Kristie Macosko Krieger produziert einen weiteren Film zusammen mit Spielberg und auch Sarah Broshar ist erneut als Editorin dabei.
Steven Spielberg hat einige Refernzen in seinem Film platziert, und so beginnt sein neuester Streifen mit einer Anlehnung an die Eröffnungsszene von "Highlander" mit einem Wrestling-Kampf. Er hat sich aber auch bei seinen eigenen Filmen bedient, und so ist unter anderem der Beginn der Melodie aus "Unheimliche Begegnungen der Dritten Art" zu hören.
Ganz klar bietet Steven Spielberg mit "Disclosure Day - Der Tag der Wahrheit" (wieso eigentlich nicht nur "Tag der Wahrheit"?) einmal mehr herausragende Kinounterhaltung auf höchstem Niveau, und so ist dem Film kaum eine Länge anzumerken, trotz einer Laufzeit von fast zweieinhalb Stunden. Der 79-jährige ist noch längst nicht am Ende seines Schaffens angekommen, und so merkt man dem Film die Freude des ganzen Teams an, einen solch bemerkenswerten und großartigen Streifen geschaffen zu haben. Hier stimmt einfach alles, von der Regie über das Drehbuch, die Schauspieler, die Filmmusik, den Schnitt, und so bietet Spielbergs siebenunddreißigster Film erneut bestes Popcorn-Kino und blendende Unterhaltung, die sich niemand entgehen lassen sollte!
USA 2026, 140 Minuten
mit Emily Blunt, Josh O'Connor
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