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Schroffe Klippen

Irmi Mangold lebt jetzt als pensionierte Kriminalkommissarin mit ihrer Freundin Luise auf ihrem Hof. Sie sind gerade dabei, eine Katzenstation aufzubauen und haben daher eine Menge Arbeit. Franz, ein pensionierter Tierarzt, ist auf der Suche nach einer neuen Katzenstation und stößt bei Irmi und Luise auf großes Interesse. Es ist zwar noch immer viel zu tun, aber die machen sie gerne und mit Franz versteht sich Irmi auch sehr gut. Zwar wird Irmi auf dem Hof mit den vielen Tieren nicht langweilig, aber irgendwie vermisst sie die Arbeit als Kommissarin schon. Sie hegt noch regen Kontakt mit ihrer ehemaligen Kollegin Kathi. Doch auch noch etwas anderes plagt sie, denn die Beziehung mit Hase läuft nicht sehr gut. Er zieht sich immer mehr zurück und ist gerade auf einer Tagung in Wien, wobei er sich kaum bei Irmi meldet.

Da bekommt Luise einen Anruf von ihrer Tochter Babsi, die in Irland ein Café betreibt und dort schon viele Jahre lebt. Irmi weiß nicht viel von Babsi und Luise erzählt auch nicht viel von ihr. Sie weiß nicht, warum das Verhältnis der beiden nicht so innig, eher abgekühlt ist. Luise erzählt, dass eine gute Bekannte von Babsi auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen ist. Diese Bekannte, Anja, war seit eineinhalb Jahren auf der Insel und lebte dort mit ihren beiden Kindern Kim und Kilian. Sie hat in der Nähe des Cafés, an den Klippen, ein neues Zuhause in einem Camper für sich und ihre Kinder gefunden. Die Kinder wurden online beschult und Anja konnte am Laptop ihre Arbeit erledigen. Sie fühlte sich sehr wohl in Irland. Jedoch vor ein paar Tagen fand ein Fischer die Leiche von Anja. Kim ist seitdem spurlos verschwunden und Kilian wurde sogleich von den Großeltern, also den Eltern von Anjas Ehemann, abgeholt. Die Polizei übernimmt keine weiteren Untersuchungen, da sie von einem Selbstmord ausgeht. Luise bettelt Irmi an, ob sie nicht nach Irland fahren könnte, um Genaueres in Erfahrung zu bringen und herauszufinden, ob es wirklich ein Selbstmord war.

Irmi zweifelt noch, denn so weit weg fahren möchte sie nicht, sie ist doch am liebsten zuhause. Sie fragt daher Malcolm, der ihr schon im letzten Fall sehr geholfen hat, ob er Zeit hat, um mit ihr nach Irland zu fahren. So machen sich die beiden auf den Weg und Irmi fragt ihre ehemalige Kollegin Kathi, ob sie etwas über die Tote herausfinden kann. Bei der Ankunft in Irland mieten sich die beiden Hobby-Ermittler ein Auto und fahren sofort zu Babsi, die auch einige Fremdenzimmer vermietet, wo sie dann auch übernachten können. Irmi und Malcom werden von Babsi sehr herzlich empfangen und auch die Leute um sie herum sind sehr freundlich und aufgeschlossen zu den beiden. Babsi erzählt einiges von Anja, vor allem, dass sie sich sehr gut verstanden haben und dass es zwar nicht einfach ist, mit den Kindern so zu leben, aber es ging ihr damit viel besser als in Deutschland. Irmi war schon vor der Ankunft bei Babsi an dem Ort, wo der Wohnwagen stand, und hat dabei festgestellt, dass es dort ganz schön stürmisch ist. Irmi erfährt auch, dass Kim, Anjas Tochter, mit einem ausländischen Freund untergetaucht ist. Ebenso erfährt Irmi, dass sich Anja sehr für das Tierwohl in Irland eingesetzt hat. Es finden dort immer noch Tierkämpfe statt, und die Hunde, die nicht mehr gebraucht werden, werden dann einfach erschossen.

Anja ist da auf etwas Großes gestoßen, stellt Irmi fest. Auch muss sie feststellen, dass der Umgang mit den ausländischen Bürgern nicht sehr harmonisch verläuft, vor allem dann, als Kims Freund schwer verletzt aufgefunden wird. Die Suche nach Kim ist jetzt vorrangig. Malcom und Irmi sind jetzt allen Möglichkeiten auf der Spur, wie die Leute, die die Hunde töten, aber auch die Ausländerfeindlichkeit im Lande. Letztendlich sind sie auch überzeugt, dass Anja Opfer eines Mordanschlages wurde, denn laut ihren Notizen im Laptop ist sie da wohl jemandem auf die Füße getreten. Irmi und Malcolm sind auf einer sehr heißen Spur.

Nicola Förg hat inzwischen 28 Kriminalromane geschrieben und befasst sich darin auch oft mit Tierschutz- aber auch Umweltproblemen aus Liebe auch zu ihrer alten Heimat Allgäu. Sie lebt als gebürtige Oberallgäuerin auf einem Hof in Prem am Lech. Zeitgleich mit „Schroffe Klippen“ ist das Buch „Landwissen“ erschienen, in dem es darum geht, wie man sich beim Aufenthalt in der Natur verhält. Im Roman gibt es dazu eine Leseprobe.

Der neue Fall von Irmi Mangold spielt diesmal nicht im beschaulichen Bayern, sondern in Irland, wo Irmi einen spannenden Fall in einem ganz neuen Millieu zu lösen hat. Dabei bekommen die Leser einen tierschutzrechtlich interessanten Einblick in die dort stattfindenden Hunderennen. Sie macht auch auf die allgemeine Problematik im Lande aufmerksam, wo auch nicht alles so beschaulich verläuft, wie man es sich in Irland eigentlich hofft.

Der neue Kriminalfall von Irmi spielt auf der Grünen Insel und damit nicht in ihrer gewohnten Umgebung, aber der Einblick in die Problematiken von Irland hat mich sehr mitgerissen und auch entsetzt, was da noch alles möglich ist. Tierschutz wird nicht überall groß geschrieben, und mancher möchte nicht von alten Traditionen lassen, so erschreckend es auch ist.
Ich war enttäuscht, dass es mit Hase Probleme gibt und hoffe sehr, dass sich das wieder zum Besseren wendet, denn Irmi und Hase bilden schon ein besonderes Paar. Hoffentlich darf Irmi auch in ihrem Ruhestand noch viele interessante Kriminalfälle für uns lösen, denn ihre Fans und Anhänger können nicht genug davon bekommen! Nicola Förg wird auch in Zukunft noch jede Menge für ihre Fans schreiben dürfen. Wir freuen uns darauf!

Gudrun Loher
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