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Halliggift

Kommissarin Minke von Hoorn hat gerade ganz andere Probleme, als man meinen könnte. Sie ist ja auch gelernte Biologin und daher kümmert sie sich auch nebenbei um gestrandete Wale. Sie will unbedingt verhindern, dass ein Wal an Land gespült wird und elendig zugrunde geht.
Auf der Hallig Midsand haben die Kinder in der Kirche ein Theaterstück aufgeführt und werden dabei gebührend von der neuen Pfarrerin beglückwünscht. Danach geht es in den gemütlichen Teil bei Kaffee und Kuchen über. Hanni Krüger, die das ganze Theaterstück eingeprobt hat und sich sehr für die Gemeinde einsetzt, unter anderem auch Spenden für die Kirchenrenovierung sammelt, wird von allen gefeiert. Es stoßen alle auf sie mit der „Toten Tante“ an, welche ein heißer Rumkakao mit Schlagsahne ist. Kurz darauf bekommt Hanni plötzlich Halsschmerzen und einen sehr trockenen Hals. Obwohl sie einen Preis für ihr Engagement bekommen soll, geht Hanni sofort nach Hause. Sie fährt alleine nach Hause, trinkt dort etwas, aber dann geben ihre Beine nach und sie stürzt zu Boden. Minkes Mutter findet Hanni tot auf und informiert sofort Minke, die nach einiger Zeit zu Hanni Krügers Haus kommt, wo schon sehr viele Menschen davor stehen. Als sie dann ins Haus kommt, erblickt sie dort Bo, ihren Bruder. Bo hat sich beim Sport beide Beine gebrochen und verbringt nun die Zeit gelangweilt bei Minkes und Bos Mutter. Als dann Minke und ihre Kollegin Lisa nicht sofort erreichbar waren, kam er mit seinem Rollstuhl zur Toten. Bo ist Rechtsmediziner aus Leidenschaft und daher lässt er sich so etwas nicht entgehen.

Zeitgleich sind die Hochzeitsvorbereitungen von dem großen Reeder Jost und seiner zukünftigen Frau Christina in vollem Gange. Jost ist überglücklich, er kennt Christina zwar erst ein halbes Jahr und sie ist um einiges jünger als er, aber sie macht ihn überglücklich.
Bo, der eigentlich krankgeschrieben ist, erkundigt sich bei den Leuten, warum Hanni so früh nach Hause gegangen ist. Aus den Aussagen schlussfolgert er, dass Hanni keines natürlichen Todes gestorben sein kann. Vor allem der große Durst von Hanni war nicht normal und Bo ist sich sicher, dass sie ermordet wurde.
Minke und Lisa versuchen nun mit allen, die bei der Feier dabei waren, zu reden, um vielleicht mehr über das Motiv zu erfahren, denn Hanni war eine Seele von Frau.

Als nur ein paar Tage später auf der Hochzeit von Jost und Christina wieder ein Mord geschieht, kann jedoch keiner auf Anhieb einen Zusammenhang zwischen Hanni und dem zweiten Todesopfer feststellen. Minke und ihre Kollegin fischen daher anfangs in trüben Gewässern.

Greta Henning verrät kaum etwas über sich. Allerdings scheint sie aus Norddeutschland zu stammen, was ihre Romane vermuten lassen. Die Autorin schreibt unter Pseudonym und hält ihr reales Leben bedeckt. Sie mag die Nordsee in all ihren Facetten und hat daher beste Startbedingungen für einen Nordseekrimi. Vor allem die Welt der friesischen Halligen haben es ihr angetan.

Der Nordseekrimi „Halliggift“, bereits der dritte Fall für Kommissarin Minke van Hoorn, ist ein richtig schöner Krimi, der sich auf einer Hallig in der Nordsee abspielt, wo ich mich gleich in die raue Gegend verliebt habe. Beim Lesen habe ich die einzelnen Charaktere aufgrund der ausführlichen Beschreibungen sehr genau kennengelernt und konnte mich bestens in sie hineinversetzen. Anfangs konnte ich mir kein Motiv für einen Mord vorstellen, aber je weiter sich der Fall entwickelte, umso spannender wurde es und ich war dann so gespannt, wer nun der Mörder ist bzw. ob es nur ein Mörder war.
Ich bin begeistert von der Autorin und werde sicherlich auch die anderen Bände noch lesen. „Halliggift“ ist eine ideale Urlaubslektüre, nicht nur an der Nordsee!

Gudrun Loher
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