
Tricia und Ethan sind frisch vermählt und gerade auf dem Weg, um sich ein Anwesen anzuschauen. Es liegt ruhig und etwas abseits der Stadt, aber für Ethan ist das gar kein Problem. Bei der Besichtigung ist er bereits hin und weg von dem Anwesen und könnte es sich gut als sein Eigen vorstellen. Aber Tricia sieht das Ganze etwas skeptischer. Irgendwie spürt sie, dass etwas in diesem Haus nicht stimmt. Bis vor drei Jahren lebte hier eine Psychiaterin namens Dr. Adriane Hale. Diese ist auf mysteriöse Weise verschwunden, bis heute weiß niemand, was ihr zugestoßen ist und auch ihre Leiche wurde nie gefunden. Tricia fühlt sich also hier in diesem ruhigen und abgelegenen Haus einfach nicht wohl. Sie hat irgendwie das Gefühl, als ob sich außer ihnen beiden noch jemand im Haus befindet. Nachdem aber ein unvorhergesehener Schneesturm die Straßen nicht passierbar macht, müssen die beiden dann auch noch im Haus verweilen und über Nacht bleiben. Tricia stöbert durch die vorhandenen Zimmer im Haus und entdeckt dabei ein verborgenes Zimmer, gefüllt mit aufgenommenen Kassetten. Tricia hört in einige Kassetten hinein und erkennt sofort, dass dies alles Aufnahmen von Patientensitzungen mit Dr. Hale sein müssen. Ethan kann sie davon noch nichts erzählen, aber mit jeder Kassette, die sie anhört, wird ihr klarer, wie es zu Adriennes Verschwinden kam, und dass sie selbst in tödlicher Gefahr schwebt. Findet sich hier gar die Spur zu ihrem Mörder? Befindet sich wirklich noch jemand in dem abgelegenen Anwesen?
Freida McFadden, 1980 geboren, wuchs in New York auf und studierte Medizin. Mit ihrer Gabe für überraschende Twists und packende psychologische Spannung ist ihr als US-amerikanischer Ärztin und Bestsellerautorin in kürzester Zeit der internationale Durchbruch gelungen. Nach dem phänomenalen Erfolg von „Wenn sie wüsste“ sowie der Verfilmung ihres Buches stürmte sie mit ihren darauffolgenden Thrillern gleich an die Spitze der Spiegel- Bestsellerliste. Ihre Bücher wurden in mehr als vierzig Sprachen übersetzt. Sie lebt mit ihrem Ehemann und den beiden Kindern in Boston.
Ich habe inzwischen schon einige Bücher von Freida McFadden gelesen und immer wieder gelingt es ihr, mich aufs Neue zu überraschen. Ihre Gabe, in nahezu jedem Kapitel einen kleinen Cliffhanger einzubauen, ist immer wieder Ansporn, noch ein weiteres Kapitel zu lesen. So ist auch „Die Psychiaterin“ aufgebaut und deshalb wahrlich schwer aus der Hand zu legen. Unglaubliche Twists, super Spannung und eine großartige Story lassen den Leser am Buch kleben. Erzählt wird in zwei Zeitzonen und aus verschiedenen Perspektiven, was beim Lesen unheimlich neugierig macht. Diese ständigen Wechsel zwischen einer Tricia im Sturm beim Kassetten hören und den damit verbundenen tiefen Einblicken aus der Praxis der verschwundenen Psychiaterin erzeugen eine mulmige Gänsehautatmosphäre. Jeder der Charaktere hat so sein kleines Geheimnis und als Leser tappt man mal wieder bis zum Schluss so ziemlich im Dunkeln. Freida McFadden ist wahrlich eine Meisterin der Erzählkunst, die mit hohem Erzähltempo, kurzen Kapiteln und überraschenden Wendungen weiß, was einen guten Thriller ausmacht. Egal welches Thema, es gelingt ihr immer wieder eine gute und neue Story geschickt zu verpacken und ihre Fans damit erneut zu begeistern. Wer nervenaufreibende kurzweilige Psychospannung sucht und bisher noch kein Fan der Autorin ist, dem kann ich „Die Psychiaterin“ uneingeschränkt empfehlen. Spätestens dann wird er ein neuer Fan der Autorin sein. Ich freue mich schon auf ihren nächsten spannenden Kracher.
336 Seiten, Heyne Verlag, 17,00 Euro
Der Freund (Bücher)
Der Lehrer (Bücher)
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